Warum ich ein Buch über das Zend Framework schreibe?
Ich bin schon mehrmals gefragt worden, wie ich überhaupt dazu gekommen bin, ein Buch über das Zend Framework zu schreiben. Das Ganze war keine Entscheidung, die ich spontan getroffen habe, sondern eher ein fließender Prozess.
Als ich im März 2006 das erste Mal mit dem Zend Framework (Release 0.1.1) in Kontakt kam, war ich sofort begeistert. Ich war in den Monaten davor schon länger auf der Suche nach einem PHP Framework, mit dem ich in Zukunft meine Projekte und die meiner Kunden umsetzen kann. Nach den ersten Gehversuchen mit der frühen Pre-Alpha-Version des Zend Frameworks hatte ich mich schon entschieden und bereue die Entscheidung bis heute nicht.
Zu dem Zeitpunkt gab es natürlich noch sehr wenige Informationen und Tutorials zum Zend Framework, vor allem nicht in deutscher Sprache. Was es gab, war das englische Manual. Und so meldete ich mich im April 2006 freiwillig als Übersetzer für das Manual und wurde auch flugs Teamleiter für das deutsche Übersetzungsteam. Durch die Übersetzungsarbeiten lernte ich nach und nach viele der Komponenten des Zend Frameworks kennen, da ich mich einfach intensiver damit beschäftigen musste. Seit Mitte 2007 habe ich die Teamleitung für die deutsche Übersetzung aber aus Zeitmangel abgeben müssen.
Im August 2006 begann ich, in meinem privaten Blog das erste ausführliche Tutorial zum Zend Framework in deutscher Sprache aufzubauen. Wie viele wissen, ist dieses Tutorial nie komplett fertig geworden, es basiert sogar noch auf dem Stand des Releases 0.6.0 und zum Teil sogar auf 0.2.0. Eine Überarbeitung des Tutorials würde quasi einer komplett neuen Version entsprechen. Aus Zeitmanagel ist daraus bis heute leider nichts geworden. Die eigenen und die Kundenprojekte gehen halt vor. Dennoch höre ich auch heute noch immer wieder Stimmen, die mit dem Tutorial ihre ersten Schritte zum Erlernen des Zend Frameworks gegangen sind.
Seit Anfang 2007 schreibe ich regelmäßig für das deutsche PHP Magazin. Mittlerweile sind bereits vier Artikel über das Zend Framework von mir erschienen, unter anderem über das MVC Konzept des Frameworks, über die Neuerungen von Release 1.5 und über die Zend_Form Komponente. Mein neuester Artikel über Zend_Pdf wird in der nächsten Ausgabe 1.2009 erscheinen.
Nach einem der letzten Artikel im PHP Magazin bekam ich dann eine Mail vom Addison-Wesley Verlag, ob ich mir vorstellen könne, ein Buch über das Zend Framework zu schreiben. Nachdem einige weitere Mails ausgetauscht und Telefonate geführt worden, stand für mich die Entscheidung fest: ja, ich mache das! Es gibt zwar bereits einige Bücher in deutscher und englischer Sprache zum Zend Framework, aber ich denke schon, dass noch Platz ist auf dem Markt. Ganz nebenbei kann ich dabei auch meine Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Schreiben des Tutorials mit einfließen lassen.
Und nun sitze ich hier, blogge über das Schreiben eines Buches und freue mich, dass ich zum aktuellen Zeitpunkt bereits 60 Seiten geschrieben habe und es täglich mehr werden.



Sonntag, 21.09.2008, um 13:45
Hallo Ralf,
auch ich habe damals den Einstieg in das ZF über dein Tutorial gefunden. Vielen Dank hierfür nochmal.
Worauf legst du bei dem schreiben des Buches besonderen Wert, oder besser gesagt, worauf liegt der Fokus und welche Zielgruppe wird dein Buch haben?
Du schreibst ja schon richtig dass es wohl noch genügend Platz auf dem Markt gibt für ein ZF Buch. Das denke ich auch. Vor allem wenn du dich beim Schreiben sehr an der Praxis orientierst.
Z.b. ist es in größeres Projekten meist interessant wie man die Modularität (Modulare Verzeichnisstruktur) konsequent umsetzen kann. Die Module in ZF sind das eine, die Kapselung der Logik welche in anderen Teilen der Seite verwendet werden, das andere. Gerade bei mehreren Entwicklern, eine kleine Herrausforderung, die man aber mit der richtigen Herangehensweise sehr gut meistern kann.
Ich werde hier auf jeden Fall regelmäßig reinschauen.
Viel Spaß, Motivation und Erfolg beim schreiben,
Thorsten
Sonntag, 21.09.2008, um 16:01
60 Seiten. Wow! Normalerweise hängt man doch immer im Plan ;). Mir scheint fast, das Ding wird Wochen eher fertig. Bin gespannt, wie du weiter voran kommst. In der Touristik ist Zend ja auch recht beliebt, wie ich letztens erst zufällig erfahren habe. LG, Doreen
Sonntag, 21.09.2008, um 21:27
@Thorsten,
also der Fokus liegt klar auf den Einsteigern, die sollen primär bedient werden. Aber auch Fortgeschrittene sollten hilfreiche Infos finden. Im Wesentlichen gibt es drei Teile: Grundlagen, Komponenten und Praxis, wobei die Praxiskapitel eher den Charakter von Tutorials haben werden und die Komponenten an praktischen Beispielen erläutert werden.
Das mit der Modularität ist ein guter Punkt. Ein wenig habe ich dazu schon geschrieben, aber vielleicht wäre das Thema sogar ein eigenes Kapitel im Praxisteil wert. Muss ich mal schauen, ob ich das noch unter bekomme.
@Doreen
Jau das Zend Framework erfreut sich steigender Beliebtheit, auch in der Touristik.
@all aktueller Stand: 68 Seiten ;-)
Sonntag, 21.09.2008, um 21:45
Huch, hab mich vertan, sind schon 72 Seiten ;-)
Montag, 22.09.2008, um 04:33
Hi Ralf,
erzählst Du auch noch was zum “Buchschreiben”?
Mich würde interessieren:
- welche Software nutzt Du (Word, vim)
- welches Format möchte der Verlag (doc, tex, pdf)
- hast Du eine Formatierungsvorlage bekommen
Danke!
Christian
Montag, 22.09.2008, um 07:30
Hallo Christian,
ich nutze OpenOffice zum Schreiben. Und eine .odt Datei ist auch das, was ich abgeben werde. Eine Formatierungsvorlage gibt es natürlich, sonst wäre die spätere Re-Formatierung kaum kostengünstig durchzuführen.
Der Standard liegt aber wohl immer noch bei Word. Die passende Word-Vorlage ist wohl etwas einfacher zu handhaben und kann auch etwas mehr als die OO-Vorlage.
Gruss,
Ralf
Samstag, 27.09.2008, um 09:03
[...] ich schon in meinem letzten Beitrag erwähnt habe, bin ich direkt vom Verlag Addison-Wesley angesprochen worden, ob ich ein Buch über das Zend [...]
Samstag, 27.09.2008, um 10:27
[...] Quick Start Tutorial geschrieben. In meinem Zend Framework Buch Blog habe ich über meine Beweggründe ein Buch zu schreiben und über den Ablauf beim Schreiben eines Fachbuches [...]
Samstag, 08.11.2008, um 11:59
@Ralf: Wie ich vor kurzem erfahren habe, sind OpenOffice-Vorlagen nicht zu unterschätzen. Ich weiß nicht, ob sie mehr können, als Word-Vorlagen, aber sind anscheinend sehr gut für den Printbereich geeignet. Details kannst Du beim Eckhard erfragen, der auch gerade an einem Buch “Linux für Designer” (oder so) schreibt. Ein paar Infos gibt es auch in seinem Blog.
Samstag, 08.11.2008, um 13:56
@Rene,
ich denke auch, das OO dem MSO kaum noch in etwas nachsteht, außer eben in der Verbreitung. Die Mehrzahl der Autoren schreibt anscheinend noch in Word, so dass diese Vorlage eben feiner ausgearbeitet ist. Aber ich komme mit der OO-Vorlage ganz gut zurecht. Einzig die dateiübergreifenden Querverweise zwischen den Kapiteln funktionieren nicht so richtig und müssen später alle nochmals überprüft werden…
Danke auch für den Hinweis zu dem Blog von Eckhard. Werde ich mir mal genauer anschauen.
Gruss,
Ralf