Wie gliedert man eigentlich ein Fachbuch?

Mit der Frage nach der richtigen Gliederung für ein Fachbuch habe ich mich zu Beginn des Buchprojektes für das Zend Framework Buch auch intensiv beschäftigt. Schon der Fragebogen zum Buchvorschlag vom Verlag beinhaltet die Frage nach einer Gliederung. Hierfür gibt es mehrere Ansätze.

Zum einen kann man das gesamte Buch ausschließlich in Kapitel gliedern, welche alle hierarchisch auf einer Ebene liegen. Das Buch kann also z.B. aus 12 gleichwertigen Kapiteln aufgebaut sein. Diese können durchaus auch unterschiedlich lang sein. Zusätzlich kann das Buch auch noch einen Anhang haben für weitere Informationen, die nicht in dir normalen Kapitel passen oder für ein eigenes Kapitel nicht umfangreich genug sind.

Eine andere Alternative ist die Gliederung in Teile und Kapitel. Dabei werden die Kapitel zusätzlich in Teile zusammengefasst. Hierbei sollten die einzelnen Kapitel natürlich logisch gruppiert werden. Jeder Teil sollte unter einem Begriff oder ein Motto zusammengefasst werden können. Die Teile wiederum fassen eine unterschiedliche Zahl an Kapiteln zusammen. Als Beispiel hier mal die aktuellen Teile für mein Zend Framework Buch, bei dem Teil I die wenigsten Kapitel und Teil II die meisten Kapitel beinhaltet.

  • Teil I Grundlagen
  • Teil II Komponenten
  • Teil III Praxis

Doch wie gliedert man denn nun sein Fachbuch?

Ich habe im Vorfeld von mehreren Ansätzen gelesen. Manch einer schreibt wohl erst einmal alles auf, was er zu dem Thema zu sagen hat. Die Theorie ist, dass sich die Gliederung dann schon mit der Zeit selber herauskristallisieren würde. Zwar wird das Buch sicher noch nicht bis ins letzte Detail ausformuliert, bis der Gliederungsprozess beginnt. Aber den groben Überblick wird man schon haben. Mit diesem etwas chaotischen Ansatz konnte ich mich aber nicht wirklich anfreunden.

Zielführender fand ich persönlich den Ansatz, die Gliederung Schritt für Schritt aufzubauen. Dabei erstellt man zuerst die Hauptüberschriften der Kapitel, die man im Sinn hat. Dies können dann weiter in Unterüberschriften verfeinert werden. Zudem können Kapitel dann auch sinnvoll in Teilen gruppiert werden. So erkennt man dann nach und nach, ob eine Aufteilung in Teile und Kapitel überhaupt sinnvoll ist oder ob gleichwertige Kapitel auch ausreichend sind. Wenn man diese Gliederung hat, kann man mit dem Schreiben beginnen und nach und nach die Kapitel mit Inhalten befüllen.

Und wie bin ich vorgegangen?

Da mein Buch das Zend Framework behandelt, habe ich mir zuerst über eine sinnvolle Gruppierung der vielen Framework Komponenten Gedanken gemacht. Im Manual stehen kleine, eher selten gebrauchte Komponenten auf der selben Ebene wie große und zentrale Komponenten. Zudem sind die Komponenten im Manual alphabetisch und nicht thematisch sortiert. Also habe ich die Komponenten thematisch gruppiert und in eine (meiner Meinung nach) didaktisch sinnvolle Sortierung gebracht. Das war der erste Teil der Arbeit.

Zusätzlich habe ich mir darüber Gedanken gemacht, welche Themen ich behandeln möchte, die nicht direkt einer Komponente zuzuordnen sind. Also Grundlagen zum Framework, Installation, Einführung in das MVC-Entwurfsmuster, Entwicklung einer kompletten Anwendung, Testen oder Modularität. Das Ganze funktioniert sehr gut mit einer Mindmap, bei der ich meine wirren Ideen schön notieren und später strukturieren konnte.

Am Ende des gesamten Prozesses standen 20 Kapitel und es hat sich eine Aufteilung in die drei oben genannten Teile ergeben. Somit soll der Leser zuerst die Grundlagen kennen lernen und erfahren, wie man das Zend Framework installiert und aufsetzen kann. Danach werden die Komponenten vorgestellt, wobei es immer wieder Querverweise und Beispiele gibt. Wo es Sinn macht, verweise ich aber auch auf das Referenzhandbuch, da ein Wiederholen der Inhalte daraus eben keinen Sinn macht. Und am Ende kommen dann die komponentenübergreifenden Themen wie Testen, Applikationsentwicklung, Modularität, Refaktorierung bestehender Anwendungen usw.

Evtl. wird es noch die eine oder andere Anpassung in der Gliederung geben, aber momentan bin ich mit dem aktuellen Stand sehr zufrieden.

3 Antworten für “Wie gliedert man eigentlich ein Fachbuch?”

  1. Tobi sagt:

    Für meine Studienarbeiten habe ich immer zuerst die Gliederung erstellt. Auch wenn sich diese dann immer wieder verändert muss für mich das Grobkonzept stehen, sonst verliert man sich und einen roten Faden braucht es einfach. Carsten Möhrke hat für sein Zend Buch mittels gleichwertiger Kapitel aufgebaut. Ich finde den Ansatz sehr gut wenn sich das Buch an jemanden richtet, der einen weniger umfangreichen Einstieg braucht, da er schon intensivere Programmiererfahrung hat. Für jemand der z.B. keine Ahnung von objektorientierter Programmierung hat, der dürfte sich mit seinem Werk etwas schwerer tun.

    Ein Mittelweg ist das Beste: du gliederst das Buch in die oben genannten Teile, gibst den einzelnen Kapiteln aber einen Schwerpunkt, der idealerweise einzelne Module aus dem Zend entspricht.

  2. Ralf sagt:

    Genau, wobei es eben auch ein Kapitel gibt, welches Zend_Controller alleine abhandelt und ein anderes, dass zusammen Zend_Acl, Zend_Auth und Zend_Session abhandelt. Zend_Controller ist recht umfangreich, während Zend_Acl, Zend_Auth und Zend_Session ähnliche (und doch andere) Aufgaben erledigen. Und die Kapitel in Teil I und III sind wie gesagt komponentenübergreifend.

    Gruss,

    Ralf

  3. Zend Framework Buch » Blog Archiv » Aufbau des Zend Framework Buchs sagt:

    [...] In meinem letzten Beitrag hatte ich schon am Rande angedeutet, wie das Zend Framework Buch grob aufgebaut ist, an dem ich gerade schreibe. Es wird also aus drei Teilen bestehen, die wie folgt lauten: [...]

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